Was ist Vitamin B12?

Vitamin B12 ist ein äußerst wichtiges Vitamin für den menschlichen Körper, da es an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist. Kein anderes Vitamin übt einen vergleichbaren Einfluss auf das körperliche, mentale und emotionale Wohlergehen des Menschen aus. 

Chemisch gesehen gehört Vitamin B12  zu den so genannten Cobalaminen. Dieser Name leitet sich vom zentralen Cobalt-Ion des Moleküls ab. Vitamin B12 ist das einzige mineralhaltige Vitamin. Eigentlich besitzen nur Enzyme Spurenelemente als Zentralatom. Es gibt verschiedene Formen von Cobalaminen, die zum Teil verschiedene Funktionen erfüllen.

So gibt es die im Körper natürlicherweise vorkommenden Formen, das Hydroxococobalamin und die beiden Coenzymformen Methylcobalamin und Adenosylcobalamin.

Die beiden Coenzyme werden von allen Zellen benötigt und sind an der DNA-Synthese, der Blutbildung, dem Aufbau der Nervenzellen, der Energiegewinnung, der Herstellung von Hormonen und Neurotransmitter, dem Eiweistoffwechsel und am Energiestoffwechsel beteiligt.

 

Zusammengefasst sind die Aufgaben von Vitamin B12:

  • Beeinflussung der ATP-Synthese (trägt auf diese Weise zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei)
  • trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  • trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • beeinflusst zahlreiche Hormone und Neurotransmitter und trägt so zur normalen psychischen Funktion bei
  • trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen bei
  • trägt zu einem normalen Homocysteispiegel und somit zur Herzgesundheit bei
  • Funktion bei der Zellteilung und bei der Entgiftung des Körpers

 

Neben den natürlichen Formen des Vitamin B12 gibt es auch noch das synthetische Cyanocobalamin. Dieses wurde früher häufig in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt, da es billig herzustellen ist und außerhalb des menschlichen Körpers relativ stabil bleibt. Synthetische Vitamine sollten nie zur Nahrungsergänzung eingesetzt werden (siehe hier). Daneben hat Cyanocobalamin aber noch weitere Nachteile. So handelt es sich bei Cyanocobalamin um keine aktive Form des Vitamin B12, also muss es erst umständlich in eine für den Körper verwertbare bioaktive Form umgewandelt werden. Hierzu sind 4 Stoffwechselschritte notwendig. Bei der Umwandlung ensteht u.a. das Gift Cyanid (Blausäure). Die Mengen sind aber sehr gering und daher eher nicht toxisch. Des Weitern wird für die Umwandlung in Methylcobalamin eine Methylgruppe benötigt, die es von der wichtigen Aminosäure S-Adenosylmethionin bekommt. Cyanocobalamin reduziert so die Verfügbarkeit dieser wichtigen Aminosäure im Körper. Die Resorbierbarkeit und die Depotwirkung von Cyanocobalamin sind ebenfalls schlechter als bei den natürlichen Formen. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die Konzentration von Vitamin B12 innerhalb des Nervensystems und der Zerebrospinalflüssigkeit niedrigere Werte als im Blut aufweisen kann. Am besten kann Methylcobalamin die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sollte auch deswegen Cyanocobalamin vorgezogen werden, wie neuere Studien belegen.

 

Neben der natürlichen und synthetischen Form des Vitamin B12 gibt es auch noch die sog. Vitamin-B12-Analoga. Dies sind Verbindungen, die eine strukturelle Ähnlichkeit aufweisen, aber vom Körper nicht verwertet werden können. Sie bringen sogar einige gesundheitliche Nachteile mit sich, da sie wichtige B12-Transportmoleküle im Körper besetzen und so die Aufnahme von echtem Vitamin B12 verhindern. Wenn man den B12-Spiegel testen möchte, muss beachtet werden, dass der normale Vitamin-B12-Serum-Wert diese Analoga ebenfalls mitbestimmt und die Aussagekraft des Serum-B12-Wertes daher sehr eingeschränkt ist. Wie man den B12-Wert richtig bestimmen lässt, ist am Ende des Artikels beschrieben.

Vitamin-B12-Analoga finden sich in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln, was lange Zeit für Verwirrung gesorgt hat. Das einzige pflanzliche Lebensmittel in dem verwertbares Vitamin B12 gefunden wurde, sind Chlorella Algen. Aber auch nur, wenn diese natürlich angebaut wurden. Chlorella Algen haben dann einen Vitamin-B12-Gehalt von bis zu 100µg pro 100g. Da der Vitamin B12 Gehalt hier also nicht gesichert ist, sollten Veganer unbedingt Vitamin B12 substituieren! Ansonsten enthalten Pflanzen nur B12 über Anhaftungen von Erde oder Insekten. Vitamin B12 wird nämlich von Mikroorganismen gebildet, die in der Erde vorkommen. Diese Spuren von Vitamin B12 gehen aber beim Waschen meist vollständig verloren.

Aber auch Vegetarier und Menschen die Fleisch essen, sind oft von einem B12-Mangel betroffen. Die einzige Quelle für Vegetarier sind Milchprodukte. Diese enthalten aber nur sehr wenig Vitamin B12 und darüber hinaus ist Vitamin B12 sehr hitzeempfindlich. Da Milch üblicherweise pasteurisiert ist, eignet sie sich kaum zur Vitamin-B12-Versorgung. Außerdem hat Milch dasselbe Problem wie Fleisch. Es übersäuert den Körper stark. Dadurch wird die Darmschleimhaut und das empfindliche Transportsystem (Intrinsic Factor) für Vitamin B12 in der Darmschleimhaut gestört.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Untersuchungen in Altenheimen ergeben haben, dass mehr als 80% der Bewohner einen Vitamin-B12-Mangel hatten.

Dr. Cousens hat auf Studien hingewiesen, die einen Vitamin B12-Mangel bei ca. 80 Prozent aller strikten Vegetarier und Veganer belegen, die Vitamin B12 nicht substituieren.

Weiter wird geschätzt, dass bereits jede zweite Person über 50 Jahre subklinische Symptome eines Vitamin-B12-Mangels aufweist. Man könnte fast von einer Epidemie bei älteren Menschen sprechen. Die Gründe sind einfach:

Kein anderes Vitamin kommt in der Nahrung so selten vor wie Vitamin B12.

Bei keinem anderen Vitamin ist die Assimilation im Darmtrakt mit so vielen Schwierigkeiten verbunden.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen an unseren Körper im Laufe der Zeit stark gestiegen sind. Früher gab es viel weniger toxische Umweltbelastungen als heute. Auch die Nahrung hatte damals einen höheren Nährwert. Die Menschen litten viel weniger unter Stressbelastung und Schlafmangel. Unsere toxische Umwelt verlangt mehr Vitamin B12, als der Mensch vor 100 Jahren gebraucht hat. Die Leber braucht Vitamin  B12, um Toxine unschädlich zu machen. Fehlt es, können diese Toxine in unserem Körper akkumulieren und Erkrankungen wie Fibromyalgie, chronische Müdigkeit, Krebs und diverse Entzündungen auslösen.

Wir empfehlen Vitamin B12 auf jeden Fall zu substituieren, zumal Schäden, die aufgrund eines B12-Mangels entstehen nicht reversibel sind.

 

Wie decken pflanzenfressende Tiere Ihren B12 Bedarf?

Vitamin B12 wird von Mikroorganismen gebildet, welche im Boden, aber vor allem auch im Körper von Menschen und Tieren vorkommen. Bei Wiederkäuern wird durch diese Bakterien ausreichend Vitamin B12 im Vormagen gebildet und eine Zufuhr von Außen ist normalerweise nicht nötig. In der modernen Massentierhaltung ist durch das unnatürliche Kraftfutter die Darmflora aber derart gestört, dass diese nicht genügend Vitamin B12 bilden kann. Deshalb verfüttert die Futtermittelindustrie auch massenhaft Cobalt an Schweine und Kühe, um deren B12 Status nach oben zu bekommen. Da dies aber nicht reicht, wird zusätlich Vitamin B12 direkt verfüttert. Die Futtemittelindustrie ist der größte Abnehmer von synthetisch hergestelltem Vitamin B12 (Cyanocobalamin).

Andere Pflanzenfresser nehmen geringe Mengen B12 über Reste von Erde und Kot an ihren Nahrungsmitteln auf, in denen ebenfalls B12-produzierende Mikroorganismen leben.

Gorillas beispielsweise essen Pflanzen ungewaschen. Außerdem essen Sie ab und zu Erde und 0,1% ihrer Nahrung besteht aus Insekten. Dies ist ausreichend um ihren Vitamin B12 Bedarf zu decken. Folglich wären auch waren auch wir früher in der Lage unseren Vitamin B12 Bedarf auf natürliche Art zu decken.

Und tatsächlich funktioniert das auch in Ländern in denen der Hygienestandard nicht so hoch ist.

Wie haben Menschen früher Ihren B12 Bedarf gedeckt?

Wissenschaftler haben festgestellt, dass vegetarisch-lebende Völker in Südindien aufgrund ihrer „unhygienischen“ Esskultur (z.B. dem Essen von ungewaschenem, grünem Blattgemüse) auch tierische Kotreste, Insekteneier, Larven und Parasiten auf den Teller gelangen.

Vor allem Kotreste können Spuren von Vitamin B12 enthalten. Kleinstlebewesen enthalten, wie alle tierischen Lebensmittel, auch Vitamin B12. Wissenschaftlern ist aufgefallen, dass dieselben Inder, wenn sie nach England ausgewandert waren und ihre vegetarische Ernährungsweise beibehalten, überproportional häufig an Anämie erkrankten. Da ihre Essgewohnheiten in England hygienischer wurden, landeten keine Vitamin-B12-haltigen Kleinlebewesen mehr auf ihren Tellern.

Die im menschliche Dickdarm befindlichen Bakterien sind auch in der Lage Vitamin B12 zu bilden. Dieses B12 kann aber nicht aufgenommen werden, da Vitamin B12 hauptsächlich im Dünndarm resorbiert wird. Vielleicht waren unsere Vorfahren in der Lage dieses Vitamin B12 zusätzlich zu verwerten, weil das ganze Megen-Darm-System noch besser funktioniert hat, weil es durch industriell verarbeitete Nahrung noch nicht beeinträchtigt war.

Den Vitamin B12 Bedarf durch ungewaschene Wildkräuter/ Obst/ Gemüse zu decken ist unserer Meinung nach zu unsicher. Man müsste regelmäßig große Mengen davon verzehren und die Magen- Darmschleimhaut müsste intakt bzw. die Resorption über den Intrinsic Factor dürfte nicht beeinträchtigt sein.

Falls dies jemand veruchen sollte, muss er zwingend regelmäßig seinen Vitamin-B12-Status kontrollieren und seine Nahrung zumindest mit natürlichen Chlorella Algen ergänzen.

 

Folgen eines B12 Mangels:

Durch Mangel an Vitamin B12 kommt es zur perniziösen Anämie (makrozytär, hyperchrom). Die Patienten leiden an Müdigkeit, Schwäche, Gewichtsabnahme sowie Dyspnoe. Es kommt zu Polyneuropathien durch Demyelinisierung von Nervenfasern mit schmerzhaften Parästhesien (40 %) an Händen und Füßen, Störungen der Tiefensensibilität, Abschwächung oder Fehlen der Muskeleigenreflexe und eventuell Hinzukommen von pathologischen Reflexen (Babinski). Des Weiteren kann es zu Augenmuskellähmungen und Retrobulbärneuritis kommen.

Weitere Symptome können sein:

Antriebsschwäche, Apathie und Lustlosigkeit, Anämie, frühzeitiges Ergrauen der Haare, beschleunigte Alterung, allgemeiner gesundheitlicher Verfall, Depressionen, psychische Störungen, Vergesslichkeit und Gedächtnisschwund, Abnahme des geistigen und körperlichen Leistungsvermögens, Demenz, Senilität, unerklärliche Schmerzen infolge einer Nervenschädigung, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Hör- und Sehstörungen, Muskelzucken und Zittern, Inkontinenz, multiple Sklerose und Parkinson-Krankheit – um nur einige Krankheitserscheinungen zu nennen.

 

 

Ursachen eines B12 Mangels:

Als Ursachen für einen Vitamin 12 Mangel kommt folgendes in Betracht:

  • zu geringe Aufnahme über die Nahrung (vegane Ernährung)
  • Erhöhter Verbrauch (z.B.: Schwangerschaft)
  • Resorptionsstörung durch Schädigung der Magenschleimhaut
  • Einnahme bestimmter Medikamente (Trimethoprim, Methotrexat, Kontrazeptiva etc.)

 

Hauptursache ist neben der zu geringen Aufnahme die Resorptionstörung:

Eine Resorptionsstörung bildet sich vorallem dann heraus, wenn die Magen- bzw. Darmschleimhaut und damit das komplexe Resorptionssystem für Vitamin B12 geschädigt ist. Um Vitamin B12 aufnehmen zu können müssen gleich mehrere Voraussetzungen erfüllt werden:

1. Der Magen muss ausreichend hydrochlorsäurehaltigen Verdauungssaft bereitstellen. Jeder zweite Erwachsene über 50 produziert zu wenig oder überhaupt keine Magensäure (HCl).
2. Vitamin B12 muss sich an einen sogenannten „Intrinsic Factor“ in der Magenschleimhaut binden, bevor es dann im Dünndarm assimiliert werden kann (s.u.).
3. Die obere Dünndarm-Schleimhaut muss gesund und frei von Schlacken sein, damit das Vitamin auch resorbiert werden kann.

Folglich können die Ursachen einer Resorptionsstörung vielfältig sein:

  • Entzündungen von Magen, Darm und/oder Bauchspeicheldrüse
  • Magen-/Darm-Operationen (z.B.: Teilresektion des Magens…)
  • Medikamente, Alkohol oder Drogen
  • Nährstoffmangel (z.B.: Calcium)
  • Pilz- oder Bakterienbefall im Darm

 

Um Vitamin B12 aufnehmen zu können, muss das in der Nahrung üblicherweise an Proteine gebundene Vitamin B12 zunächst durch bestimmte Enzyme vom Protein getrennt werden (bei Vitaminpräparaten entfällt dieser Schritt).

Danach wird das Vitamin B12 von einem Transportprotein namens Haptocorrin in den Dünndarm transportiert.

Hier wird es an den sog. Intrinsic Factor gebunden, der das Vitamin zu bestimmten Rezeptoren in der Darmschleimhaut transportiert, wo es schließlich in die Schleimhautzellen gelangt.

Der Intrinsic Factor wird durch die Belegzellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut gebildet. Wird die Magenschleimhaut geschädigt kann es zu einer Störung in der Bildung des Intrinsic Factors und dadurch zu einem Vitamin B12 Mangel kommen.

Eine Schädigung der Magenschleimhaut kann nun mehrere Ursachen haben. Hauptursache ist eine chronische Typ-A Gastritis, durch immunologische Zerstörung der Intrinsic-Faktor-produzierenden Parietalzellen oder eine Helicobacter-pylori Infektion. Aber auch andere die Mangenschleimhaut schädigende Faktoren wie starker Alkoholkonsum, stark übersäuernde Fleischnahrung und Medikamente spielen eine große Rolle. Pilzbesiedlung und Medikamenteneinnahme (z.B. Säureblocker, Antibiotika, Pille) können die Aufnahme deutlich verringern.

 

Vitamin B12 Bedarf

 

Die empfohlene Tagesdosis für Vitamin B12 liegt nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen bei gesunden Menschen etwa bei 4 -7µg, verteilt auf mehrere Dosen über den Tag.

Die internationale Vegan Society empfiehlt für Veganer noch etwas mehr, nämlich mindestens 10 µg pro Tag. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt dagegen lediglich 3 µg pro Tag

Hierbei ist zu beachten, dass der Bedarf beispielsweise während einer Schwangerschaft oder bei starker psychischer und physischer Belastung erhöht ist. Umweltbelastungen und die Einnahme bestimmter Medikamente können den Bedraf noch weiter erhöhen.

 

 

 

Substituierung von Vitamin B12

 

Die Menge der Intrinsic-Factor-Rezeptoren ist begrenzt, weshalb nur rund 1,5 µg Vitamin B12 pro Dosis oder Mahlzeit auf diesem Wege aufgenommen werden können (auch bei einer Einzeldosis von beispielsweise 1000µg).

Ein weiterer Teil von etwa 1% der Dosis gelangt unabhängig vom Intrinsic Factor durch passive Diffusion in die Zellen. Aufgrund dieses geringen Prozentsatzes, ist dieser Weg aber erst bei höheren B12-Dosen wirklich relevant, ist aber für die Sunstituierung von Vitamin B12 interessant:

 

 

Es gibt zwei Möglichkeiten Vitamin B12 zu substituieren:

 

  • Oral   [schlucken oder lutschen (sublingual)]
  • Injektion

 

Zur Injektion würde ich nur bei einem ausgeprägten B12 Mangel zur sorfortigen Therapie greifen. Vor allem ist dies ratssam, wenn der Verdacht einer Resorptionsstörung besteht. Für alle anderen Fälle reicht die orale Zufuhr. Hierbei muss ich jetzt die Resorptionsvorgänge bzw. die Aufnahmekapazität berücksichtigen und mir überlegen, ob ich lieber täglich kleine Mengen zuführen möchte, die dann ganz normal über den Intrinsic Factor aufgenommen werden oder lieber wöchentlich bzw. täglich eine größere Dosis bevorzuge:

 

  • regelmäßig kleine Mengen
  • 1 große Dosis täglich oder wöchentlich

 

Ob man nun regelmäßig kleine Dosen zu sich nehmen möchte oder aber mit einer größeren Dosis täglich oder pro Woche substituiert, bleibt jedem selbst überlassen und spielt für den Vitamin-B12-Spiegel letztendlich keine Rolle. Man rät zwar dazu täglich kleine Dosen vorzuziehen, da dies der natürlichen Aufnahme des Körpers am meisten entspricht, aber bis jetzt sind keine Nachteile bekannt die durch große Dosen Vitamin B12 entstehen würden.

Sollte eine Störung des Intrinsic Factors vorliegen, muss zwingend über hohe Dosen substituiert werden, da hier nur die passive Diffusion im Darm und eventuell zusätzlich bei sublingualer Gabe (Lutschtabletten) die Resorption über die Mundschleimhaut funktioniert.

Ein weiterer Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist, sind die Zusatzstoffe in den verschiedenen Präparaten, die bei der Wahl der Substituierungsmethode beachtet werden sollten.

 

Auf jeden Fall sollte mit Methylcobalamin substituiert werden, da dies eine der natürlichen bioaktiven Formen des Vitamin B12 ist und diese nicht noch umgewandelt werden muss. Eine Substituierung mit allen 3 bioaktiven Formen (Methyl- ,Hodroxo- und Adenosylcobalamin) der sog. MHA-Formel ist ebenfalls ein sehr guter Weg der Substituierung.

 

Gehen wir von 10µg pro Tag aus, wie es die Vegan Society empfiehlt, dann ergibt das in etwa folgende Mengen (bei gesunden Menschen ohne Resorptionsstörungen):

 
mehrmals täglich

Am praktischsten für diese Methode ist es, Methylcobalamintropfen in ein Getränk zu geben und dieses über den Tag verteilt zu trinken.

Hier ist es ausreichend 1 Tropfen (200µg B12) in eine Wasserflasche zu geben und auf mindestens 5 Portionen verteilt zu trinken.

Dann würden jedesmal 1,5µg über den Inrinsic Faktor und etwa 0,4µg über passive Diffusion resorbiert werden, was bei 5 Mal trinken in etwa den geforderten 10µg der International Vegan Society entspricht.

1mal täglich 1000µg

dies wäre sogar bei Menschen mit gestörtem Intrinsic Factor ausreichend, da hier allein 10µg über passive Diffusion im Darm aufgenommen werden.

1mal pro Woche 5000µg

dies entspräche einer Aufnahme von etwa 51,5µg, was einer täglichen Menge von 7,36µg entspricht.

 

 

Überprüfung des B12 Status

Um den Vitamin B12 Status zu bestimmen, reicht es nicht B12 im Serum untersuchen zu lassen. Dieser Test ist zu ungenau, da hierbei auch inaktive Vitamin B12 Analoga im Blut erfasst werden, weshalb der Serum B12 Wert nicht sehr aussagekräftig ist.

Wenn der Serum B12 Wert zu niedrig ist, kann dies einen Anhaltspunkt liefern, dass ein B12 Mangel vorliegt,

reicht aber für die Bestimmung eines B12 Mangels nicht aus.

Ebenso kann bei normalen Vitamin B12 Werten im Blut kein Rückschluss auf eine ausreichende Vitamin B12 Versorgung gezogen werden. Die Bestimmung von Vitamin B12 im Serum zur Abklärung des Vitamin B12 Status weist deshalb eine limitierte Spezifität und Sensitivität auf, da auch das für den Körper nicht verfügbare inaktive B12 mitgemessen wird.

Der früheste Indikator für einen Mangel sind erniedrigte Holo-TC-Werte. Vitamin B12 ist im Blut hauptsächlich an die Proteine Transcobalamin und Haptocorrin gebunden, wobei nur der an Transcobalamin gebundene kleinere Teil (rund 10–25%) biologisch verfügbar und damit aktiv ist. Dieser Komplex von Transcobalamin und Vitamin B12 wird Holotranscobalamin (Holo-TC) genannt.

Um abzuklären, ob ein echter Mangel vorherrscht, kann eine zusätzliche Bestimmung des Holotranscobalamins oder der zwei Metabolite Methylmalonsäure (MMA) und Homocystein Klarheit verschaffen.

Beim Vitamin B12-Mangel ist das Holotranscobalamin erniedrigt,

während die Konzentrationen der beiden Metabolite ansteigen, da ihre Weiterverarbeitung zu Succinat respektive Methionin gestört ist.

Methyl-Malonsäure akkumuliert in Blut und Urin, wenn Vitamin B12 von den Zellen nicht aufgenommen und verstoffwechselt wird.

Der Blut- und Urintest auf MMA wird deshalb von Spezialisten als 100 pozentig aussagekräftige Bestimmung des Vitamin-B12-Stoffwechsels angesehen.

 

Holo-TC sollte also idealerweise über 60 pmol/l liegen, während Homocystein unter 10 µmol/l und Methylmalonsäure zwischen 50 und 270 nmol/l liegen sollte.

Definitiv von einem Mangel kann man bei folgenden Werten ausgehen:

Holo-Transcobalamin II (Holo-TC) < 35 pmol/l
Methylmalonylsäure (MMA) > 271 nmol/l
Homocystein > 12 μmol/l

 

Es gibt einen Urintest, den Sie leicht zu Hause durchführen und dann in ein Labor einschicken können.

Bei diesem Test wird die Methylmalonsäure (MMA) im Urin nachgewiesen.

Das Testpaket enthält alles was Sie brauchen:

 

Zusammenfassung:

Kein anderes Vitamin übt einen vergleichbaren Einfluss auf das körperliche, mentale und emotionale Wohlergehen des Menschen aus. Kein anderes Vitamin hat solch eine komplexe Struktur wie Vitamin B12, kommt so selten in der Nahrung vor und wird so schwierig vom Körper resorbiert.
Zu den zentralen Aufgaben von Vitamin B12 gehören u.a. viele Aufgaben im Bereich des Nervensystems, des Stoffwechsels, der Blutbildung, des Energiestoffwechsels und Entgiftung.
Ein Mangel an Vitamin B12 führt zu teils irreversiblen Schäden!

In pflanzlicher Nahrung befindet sich, abgesehen von Chlorella, kein verwertbares Vitamin B12. Spirulina, Sauerkraut & Co. enthalten nur B12-Analoga, die der menschliche Körper nicht verwerten kann, schlimmer noch sie bestzen Vitamin B12 Rezeptoren, wodurch die Aufnahme von echtem B12 behindert wird.

Vitamin B12 muss also bei einer ausschließlich pflanzlichen Ernährung substituiert werden!
Aber auch Vegetarier sollten substituieren, da Milchprodukte sehr wenig B12 enthalten und Vitamin B12 hitzelabil ist. Omnivoren v.a. über 50 Jährige sollten ebenfalls substituieren, da durch die jahrelange säurebildende Nahrung oft die Darmschleimhaut geschädigt und die Aufnahme von B12 gestört ist.

Die Notwendigkeit Vitamin B12 substituieren zu müssen steht der Tatsache dass es sich bei der veganen Nahrung um unserer natürlichen Nahrung handelt, nicht entgegen. Da zum einen Omnivoren ebenfalls von einem B12 Mangel betroffen sind und wenn wir wie füher, reichlich ungewaschene Pflanzen mit „Verunreinigungen“ wie Erde, Insekten etc. zu uns nehmen würden, wir unseren B12 Bedarf auf natürliche Weise decken könnten (Gorillas schaffen das auch mit einer 99,9%igen pflanzlichen Nahrung). Außerdem war der Bedarf früher nicht so hoch wie heute, da die Leber Vitamin B12 braucht um Umwelttoxine zu neutralisieren.

Vitamin B12 sollte mit den bioaktiven Formen Methyl- Hydroxo- oder Adenosylcobalamin substituiert werden, da diese die natürlichen, aktiven Form des Vitamin B12 sind. Methylcobalamin braucht nicht umgewandelt zu werden, es wird besser über die Mundschleimhaut resorbiert, besser in der Leber gespeichert und passiert die Blut-Hirn-Schranke besser als andere Formen wie z.B.: Cyanocobalamin bei dessen Umwandlung sogar geringe Mengen Blausäure enstehen.

Es gilt die verschiedenen Arten der Resorption (passive Diffusion, IF) zu beachten, wonach sich Menge und Häufigkeit der Einnahme richten. (s.o.)

Der normale Serum-B12-Bluttest beim Arzt ist nicht sehr aussagekräftig, da dieser ebenfalls Vitamin-B12-Analoga im Blut erfasst. Um den B12 Status zu bestimmen, muss man den Holo-TC-Wert, den Homocysteinwert oder den Methylmalonsäurewert (MMA) bestimmen. (s.o.)

 

 



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